|
Kirche St. Peter Zürich
Sonntag, 13. Dez. 2009, 20.00 Uhr
Freier Eintritt Kollekte zugunsten HEKS
Antonio Vivaldi Gloria
J. D. Zelenka Magnificat
Meine Seele erhebt den Herrn ...
Ehre sei Gott in den Höhen ...
Die beiden Werke, die hier zur Aufführung kommen, passen thematisch ausgezeichnet in die Adventszeit. Zelenka vertont im 'Magnificat' wie so viele Komponisten vor und nach ihm den freudigen Lobgesang der schwangeren Maria, die soeben von der ebenfalls schwangeren Elisabeth als künftige Mutter des Heilands begrüsst worden ist. Und im Beginn des 'Gloria', das Teil der Mess-Liturgie ist und ebenfalls in einer langen kompositorischen Tradition steht, setzt Vivaldi den Lobpreis der Engel über der Krippe in Betlehem musikalisch um.
Vivaldi und Zelenka sind Zeitgenossen und werden sich auch persönlich gekannt haben, da sich Zelenka 1716 in Venedig aufhielt. Obwohl Vivaldi zu seinen Lebzeiten viel bekannter und einflussreicher war als Zelenka, haben sie in ihrer Stellung als innovative und originelle Wegbereiter des Hochbarock einen ähnlich hohen Rang. Trotz ihrer verschiedenen Herkunft und grosser Unterschiede in Laufbahn und Temperament weisen ihre Biographien auch Parallelen auf.
Antonio Vivaldi (16781741) war der Sohn eines Violinisten in Venedig und selbst schon früh Geigenvirtuose. Er durchlief die Priesterausbildung, gab das Amt aber nach kurzer Zeit auf zugunsten einer Tätigkeit als Instrumentallehrer, Chorleiter und Dirigent an einer Mädchenschule in Venedig, für die er auch komponierte. Durch seine zahlreichen Opern wuchs er immer mehr in die Stellung eines weltgewandten Opernintendanten hinein, der in Venedig eine viel besuchte Instanz war. Sein 'Gloria' ist neben den 'Vier Jahreszeiten' wohl das am häufigsten aufgeführte seiner Werke.
Jan Dismas Zelenka (16791745), in der Nähe von Prag als Sohn eines Organisten geboren, absolvierte das dortige Jesuitenkolleg und erhielt 1710 eine Stelle als Kontrabassist an der Hofkapelle in Dresden, die er bis zu seinem Tod versah. Obwohl er durchaus erfolgreich als Kirchenkomponist arbeitete, war er zu Lebzeiten ziemlich unbekannt, seine Bemühungen um die Kapellmeisterstelle in Dresden blieben erfolglos. Erst in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde er in seinem Rang wieder erkannt. Die Originalität seiner Kompositionen entfaltet sich auch im 'Magnificat'.
Konzert Informationen
Übersicht Repertoire
|